Was sind die 4 häufigsten landwirtschaftlich genutzten Pflanzen auf der Welt? Mit dieser Frage eröffnete Projektmitarbeiter Jan die öffentliche Führung durch den Weltacker Nürnberg.
Die Antwort ließ sich in der Übersicht über das Gelände von einer Anhöhe daneben erkennen.

Weizen als häufigste Ackerfrucht war schon geerntet, deshalb konnte man nur noch die Schilder sehen.
Dafür war der hohe Anteil von Mais mit Ausbreitungsplatz 2 deutlich sichtbar. Mais wird zu 60 % als Viehfutter verwendet.

Ähnlich viel zu sehen war Soja auf Platz 3.
Von oben eher unscheinbar war die größere Fläche mit Reis, der 4. Top-Ackerpflanze, die zu 80 % von Menschen gegessen wird. Wir haben den Reis erst unten genauer gesehen. Er stand nicht wie man es von Fotos kennt unter Wasser: Für den geplanten nachhaltigen Anbau kam der hohe Wassereinsatz nicht in Frage, der verhindert, dass andere (Un-)Kräuter zwischen den feinen Reisgräsern wachsen können. Beim Erdanbau muss das Unkraut mühsam gejätet werden, dadurch wird dieser Reis teurer.

An dieser Stelle wurde ein Grundkonflikt deutlich zwischen der Massen-Produktion bezahlbarer Lebensmittel und der Ressourcenschonung.
Im Gemüsebeet wurde dagegen eine einfache Lösung für Welt-Ernährungsprobleme deutlich: Tierzucht für Fleisch und Milchprodukte verbraucht ein Vielfaches an Fläche und Kosten vom Anbau von sichtbar vielfältigem Gemüse und proteinhaltigem Soja als „Fleisch der Erde“.
Beim Betrachten der Baumwollpflanzen haben wir uns bestätigt gesehen in unserem Einsatz für ressourcenschonende Wiederverwendung von Kleidung:
Baumwolle wächst nur unter einem geeigneten Klima, sie braucht viel Wasser.


Als der Wunsch entstand, ständig neue Modekleidung zu tragen, wurde Baumwolle auch in Gegenden angebaut, in denen es nicht das nötige Wasser dazu gibt wie am regenarmen Aralsee. Nachdem die Zuflüsse dort für den gewinnorientierten Baumwollanbau verbraucht waren, ist fast der ganze See ausgetrocknet – erschreckende Bilder.
Als Alternative wurde über einen konzentrierten Kleiderschrank, die Nutzung heimischer Faserpflanzen wie Leinen und Hanf und die Weitergabe und Wiederverwendung von Kleidung diskutiert.
Anlässlich des UN-Jahres für Bäuerinnen wurden zudem einige Frauen wie z.B. die bekannte Hildegard von Bingen portraitiert, die sich vom Mittelalter bis heute als Pionierinnen für den achtsamen, weitsichtigen Umgang mit den Schätzen der Natur einsetzen.

Bekannt ist auch Rachel Carson, die als Wegbereiterin zur Reduzierung von Pestiziden weltweit die moderne Umweltbewegung ausgelöst hat.

Carson war eine US-amerikanische Meeresbiologin, Autorin und Umweltaktivistin. Sie wuchs auf einer kleinen Farm in Pennsylvania auf und entwickelte früh ihre Liebe zur Natur. Sie studierte Biologie, erwarb 1929 ihren Bacchelor und schrieb einen Master in Zoologie an der John Hopkins University. Bekannt wurde sie in den 1940- und 1950er Jahren durch ihre naturkundlichen Bücher über das Meer. Durch ihr bedeutendstes Werk, Silent Spring (1962)deckte sie die schädlichen Wirkungen von Pestiziden wie DDT auf und kritisierte die chemische Industrie. Das Buch löste heftige Diskussionen aus und gilt dadurch als Auslöser der modernen Umweltbewegung. Carsons Arbeit führte zu strengeren Pestizidregulierungen in den USA, beeinflusste die Entwicklung der Environmental Protection Agency (EPA) und trug später zum Verbot von DDT bei.Sie gilt bis heute als zentrale Figur des Umweltschutzes.
„Auch hier wird deutlich, wie wertvoll die Perspektive von Frauen zur Gestaltung unserer Welt ist“, freuen sich die Stadträtinnen Anni Blüml und Silke Roth über diesen Aspekt im Weltacker-Projekt.
Hinter dem Weltackerprojekt steckt eine private Nürnberger Stiftung. Dort laufen vielfältige Mitmachaktionen sowie Bildungsangebote für Schulklassen und Betriebe.
Mehr dazu hier:
https://www.weltacker-nuernberg.org/
Wir können den Besuch des Weltackers nur empfehlen!