Es lebe die Vielfalt! Pride-tour 2026

Wir alle sind verschieden.
Leider
werden immer noch Menschen ausgegrenzt, die sich anders fühlen, anders leben oder lieben als die Mehrheit.
Deshalb unterstützen wir Demonstrationen für Vielfalt, den Christopher-Street-Day (CSD). Am
CSD können sich Menschen so zeigen, wie sie sind. Wir demonstrieren für Respekt und Solidarität.
Wir waren zuerst
in Jena und dann in Bad Mergentheim.

Jedes Jahr im Sommer gibt es in vielen Orten den Christopher-Street-Day: Eine Erinnerung an den Aufstand von queeren Menschen gegen willkürliche Polizeigewalt am 28.Juni 1969 in der Bar Stonewall-Inn in der New Yorker Christopher-Street.
Seitdem hat sich viel getan – aber immer noch ist Ablehnung und Benachteiligung von queeren Menschen traurige Realität. Deshalb fahren wir zu CSD’s, in der Nähe oder an Orten, wo es besonders schwierig ist.

Zuerst waren wir in diesem Jahr im Juni in Jena.

Jetzt ging es nach Bad Mergentheim. Die Kundgebung und der Demozug mit rund 250 Menschen blieb nach dem klaren Auftreten gegen rechte Störertrupps in den ersten beiden Jahren diesmal weitgehend friedlich. Vielleicht war das Zeichen der Stadt deutlich genug: Hier ist Platz für Vielfalt und Respekt!
Erstaunlich viele lokale Unterstützer*innen aus der bürgerlichen Kurstadt gaben Raum, sich vielfältig zu zeigen, ohne die Einengung durch Geschlechts- und Beziehungsnormen. Darunter auch eine Strickgruppe, die den ganzen Nachmittag strickend mittendrin saß – auch das ein Beitrag für eine bunte Gesellschaft.

In den Reden wurde die Zunahme von Gewalt gegen queere Menschen festgestellt. „Diversität und Inklusion werden zurückgedrängt“ – auch durch die Entscheidung der Bundesregierung, die Förderung von Demokratieprojekten wie Lambda zu streichen, das seit 1990 einen Rahmen gibt für Peerberatung queerer junger Menschen. Damit werden 9% aller Jugendlichen allein gelassen, die sich selbst als queer bezeichnen.

Eine Sozialpädagogin beschrieb, dass die Verschärfung der gesellschaftlichen Stimmung durch Rechtspopulismus auch an Elternabenden von Schulklassen spürbar ist, wo Elternteile immer aggressiver versuchen, sexualpädagogische Projekte zu verhindern. Dabei ist Aufklärung wichtige Voraussetzung, dass Kinder sich entfalten und schützen können.

Weil besonders die Dunkelziffer von Gewalt gegen queere Menschen sehr hoch ist, gab es den Aufruf: „Zeigt an, wenn ihr Übergriffe erlebt!“ Gleichzeitig kam auch die Einladung: „Wir müssen auch feiern – Fröhlichsein gehört unbedingt dazu!“

„Bad Mergentheim zeigt: Pride-Bewegungen können auch in kleineren Städten Fuß fassen und wichtige gesellschaftliche Impulse geben!“, folgert unser Vorstandsmitglied Sonja Ständner.

Eine mitgebrachte Anregung haben wir gleich umgesetzt: Mit unserem grünen TeamVielfalt im Landkreis haben wir uns dem Offenen Brief gegen die Absetzung der Förderung von Lamda angeschlossen.

Wer als Einzelperson junge queere Menschen unterstützen will, kann Pat*in werden für das „digitale Jugendzentrum“ Lamda: