„Wir sind alle Antifa“ – Eindrucksvolle Demo in Erfurt

Über 50.000 Menschen setzten in Erfurt ein eindrucksvolles Zeichen gegen eine rechtsextreme Partei in Deutschland – das ist Anti-Fa (schismus).
Nachdem 17.000 vorwiegend junge Menschen ab der Morgendämmerung friedlich Zufahrtswege zum AfD-Bundesparteitag blockiert hatten, folgte ein großer Demozug vom Bahnhof bis zum Veranstaltungsort am Messegelände am Stadtrand: Familien mit Kindern, junge Menschen und alte, manche mit großer Entschiedenheit für den mühsamen Weg, für den manche sich sehr anstrengen oder einen Rollator nutzen mussten. Sie waren aus ganz Deutschland angereist – auch aus Altdorf und dem Nürnberger Land.

Bei der folgenden Großkundgebung sprach zuerst Cornelia Kerth, Bundesvorsitzende des VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten). Sie forderte einen Verbotsantrag der AfD, nachdem nun die noch fehlenden Belege zur Verfassungswidrigkeit der AfD durch das Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte jüngst vorgelegt worden sind. Außerdem dankte sie besonders den Aktiven bei den Blockaden, die damit gezeigt hätten: „An uns führt kein Weg vorbei.“
Vom hohen Engagement und dem friedlichen achtsamen Umgang der jungen Leute waren auch wir beeindruckt.

„Dieser Tag zeigt, wie ernst es ist, aber auch, wie stark wir sind“, würdigte Anna Ohnweiler als Teil der „Omas gegen Rechts“ die von sehr vielfältigen Gruppen getragene Aktion. Die „größte, bunteste, hartnäckigste Bürgerinitiative des Landes“ setzt sich mit ihrer Lebenserfahrung als Kriegs- und Nachkriegskinder dafür ein, dass ihre Enkel „in einem Land leben können, in dem man ohne Angst verschieden sein kann“.

Auch die Bundes-Sprecherin der Grünen Jugend Henriette Held nannte wehrhafte Demokratie „Handarbeit“ – notwendig, damit Menschen keine Angst haben müssen“.

Mit Erfahrungen aus der Zora in Halberstadt, einem Jugendprojekt in Sachsen-Anhalt, wies Robert Fietzke ernst darauf hin, dass es beim befürchteten Wahlgewinn der AfD im Herbst nicht um einzelne politische Verschiedenheiten, sondern um ein „Verschieben der Koordinaten“ ginge.
Seinen Aufruf, in direkter Partnerschaft Demokratieprojekte in den entsprechenden Bundesländern zu fördern, haben wir als konkrete Anregung mit nach Hause genommen…