Auf die Presseberichte über die Demo „NEIN zur Gewalt gegen Frauen“ (Ankündigung und Bericht) haben einzelne Personen kritisch reagiert. Einige haben erwidert, aus verschiedenen Richtungen. Auch einige von uns Grünen.
Hier eine Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen sowie Texte der Grünen vollständig:
ZUM DEMOPLAKAT
Zum Bericht über die Verweigern der Plakatierung durch den Feuchter Bürgermeister kritisiert ein Leser das Bild von Frauen mit erhobenen Armen und geballten Fäusten als Gegengewalt und wünscht sich stattdessen von ihnen „Gewaltlosigkeit“ als „zeitloses Fundament für Zusammenhalt in unseren Familien und Frieden in unserer Gesellschaft.„
-> Sonja Ständner (OV Altdorf) erwidert:
* „Für mich steht dieses Symbol nicht für Gewalt, sondern für den Wunsch, gehört zu werden, für Zusammenhalt und für den Kampf gegen Ungleichbehandlung.“
* „...während darüber diskutiert wird, ob ein Symbol zu stark ist, wird die Realität vieler Frauen oft ausgeblendet...“
* „Für mich ist deshalb nicht die Frage, ob die Faust zu viel ist, sondern warum sie immer noch nötig ist.“
Der vollständige Text HIER
-> Saskia Gumbert (OV Feucht) erwidert:
* „Dieses Symbol wird seit jeher von diversen Bewegungen und in vielzähligen Kontexten genutzt als
Ausdruck von Einigkeit, Kampf gegen Unterdrückung und Gemeinschaftsgefühl.
Wer darin Aggression liest, legt sie selbst hinein.„
* „In Deutschland erlebt etwa jede dritte Frau im Lauge ihres Lebens körperliche oder sexualisierte Gewalt. Das ist traurige Realtität. Genau dafür steht unser Plakat und genau dafür demonstrieren wir am Samstag.“
Der vollständige Text -> HIER
ZUR DEMO
Auf den Demobericht reagieren schnell 2 Frauen stark ablehnend- genauer: 2 Kommunalpolitikerinnen. Aus sehr verschiedenen Parteien, aber mit ähnlichen Äußerungen.
Micha Tabor (Fraktionsvorsitzende der SPD Altdorf) kritisiert „die selektive Empörung…“ und bringt das Thema Gewalt gegen Frauen direkt in Verbindung falschen Beschuldigungen im Fall Kachelmann.
Sie wirft den Redner*innen mangelndes Interesse an einer „differenzierten Aufklärung“ und Mobilisieren und Verallgemeinerung „bei unklarer Faktenlage“ vor. Und vor allem: dass sie nicht gegen die eigentliche Bedrohung aufschreien – „Formen schwerer Gewalt gegen Frauen …, etwa von Sexualstraftätern mit nicht deutscher Staatsangehörigkeit, deren Entwicklung höchst besorgniserregend ist“.
Birgit Ruder (Marktgemeinderätin Feucht/BD/AfD) kritisiert „pauschale Stimmungsmache“ und stört sich an der Aussage „Das Patriarchat tötet“, in der sie eine „ideologische Generalanklage gegen Männer“ sieht – wo doch nach ihrer Einschätzung „die allermeisten Männer keine Gewalttäter sind“. Ihre Sorge gilt dem „Zusammenhalt“.
-> Sonja Ständner (OV Altdorf) erwidert:
* „Unsere Demonstration war kein Angriff auf ‚alle Männer‘. Es ging darum, auf ein reales Problem aufmerksam zu machen. Gewalt gegen Frauen – die statistisch nun einmal überwiegend von Männern ausgeht.“
* „Viele Frauen kennen Angst im Alltag. Viele kennen Grenzüberschreitungen…“
* „Nicht unser Protest spaltet. Gewalt gegen Frauen spaltet.“
Der vollständige Text -> HIER
→ Eckart Paetzold (OV Altdorf)
benennt das „Grünen-Bashing“.
* Stadträtin Michaela Tabor…schreckt auch nicht davor zurück, sich an AfD-Aussagen zur Migrationspolitik anzuhängen.“
Er benennt die inhaltliche Nähe zur zweiten AfD-nahen Leserbriefschreiberin.
-> Der vollständige Text -> HIER
→ Susanne Pannewick (OV Altdorf)
widerlegt sachlich die unsachlichen Angriffe in 6 Punkten, z.B.
* Nein, es wurde nicht über die Nationalität der Täter gesprochen – denn patriarchale Gewalt ist nicht importiert von den bösen Fremden.“
* „Nein, eine Demo gegen Gewalt ist keine Symbolpolitik, sonder benennt Unrecht und Ursachen und stärkt die Veränderungskräfte.“
Der vollständige Text -> HIER
→ Dr. Bianca Pircher (OV Altdorf und Kreisrätin)
weist zurück, dass Aussagen über das Patriarchat ein pauschaler Angriff auf Männer sei.
*“Denn das Patriarchat ist kein Synonym für Männer. Patriachat ist die Beschreibung einer Struktur. … Wenn ich sage: Das Partiarchat tötet, dann benenne ich, was hinter den zahlen und dem System steht.“
* „Die allermeisten Männer sind keine Täter. Viele leiden selbst unter patriarchalen Rollenbildern…“
*“Eine Frau, die vor einem gewalttätigen Partner flieht, braucht keinen Streit über Begriffe. Sie braucht einen Platz im Frauenhaus…Daran arbeite ich.“
Der vollständige Text → HIER