Seit fünf Jahren setzt sich die Stadt Altdorf als „Sicherer Hafen“ besonders für Menschen auf der Flucht ein. Unser Beitrag zu diesem Jubiläumsjahr war: Wir haben im Rahmen unserer Filmreihe „Kino-mit-Tiefgang den Dokumentationsfilm „KEIN LAND FÜR NIEMAND“ gezeigt.

Dazu konnten wir Ruth Renner-Breitenbach als Vertreterin der Seebrücke Altdorf begrüßen.
Das Seebrücken-Mitglied erzählte von der Arbeit dieser aktiven Gruppe.
Entstanden war die bundesweite Bewegung „Seebrücke“ 2018 als spontane Solidaritätsreaktion auf das tagelange Landeverbot für das Seenotrettungsschiff Lifeline voller erschöpfter Flüchtender.
Bereits im Herbst 2018 entstand eine Altdorfer Lokalgruppe. Sie beteiligte sich an bundesweiten Aktionen wie der Erklärung des „Notstands der Menschlichkeit“ im Sommer 2019 als Protest auf ein weiteres Landeverbot für ein Rettungsschiff und die Verhaftung der mutigen Kapitänin Carola Rackete, die zur Rettung der erschöpften Menschen auf eigene Verantwortung einen italienischen Hafen angesteuert hatte.
Lokal setzte sich die Altdorfer Lokalgruppe hartnäckig dafür ein, dass sich die Stadt Altdorf der Bewegung „Sicherer Hafen“ anschließt. Mit der Unterstützung von Grünen und SPD gelang es schließlich im 2. Anlauf im April 2021.
Als „Sicherer Hafen“ unterstützt die Stadt Rettungsschiffe von SEA EYE und die vielseitige Veranstaltungsreihe „Altdorf schaut hin“ zum Thema Flucht, Migration und Rassismus.

Der folgende Dokumentarfilm „KEIN LAND FÜR NIEMAND“ von United4Rescue und anderen NGO’s zeigte die dramatische Situation von Menschen auf der Flucht, die Beteiligung von Helfenden sowie Einschätzungen aus Politik und Wissenschaft zur zunehmenden Abschottung Europas.
Dabei wurde deutlich: Der Umgang mit diesen Schutzsuchenden spiegelt erschreckend die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen.
Im anschließenden Austausch ging es um die Frage nach den Fluchtursachen auch in der kolonialen Ausbeutung des globalen Südens.
Ein Teilnehmer war besonders beeindruckt, dass sogar namhafte Wirtschaftsexperten bestätigen, dass Deutschland Migration in großem Umfang braucht und Abschottung auch gegen unsere ökonomischen Interessen wirkt. Demgegenüber verwiesen andere auf die Differenzierung des Films, dass gerade Deutschland mit seiner Geschichte sich zu Humanität für Schutzsuchende und Verfolgte verpflichtet hat, unabhängig von eigenen Vorteilen.
Die Aufnahmen der brutalen Angriffe auf Flüchtende und der weiteren Aushebelung des Asylrechts hatten Betroffenheit hinterlassen. Besonders die Bilder der Bundestagsabstimmung Anfang 2025 mithilfe der Stimmen einer klar menschenrechtsfeindlichen Partei und deren folgender hämischer Triumph hinterließ bei einigen große Sorge um die Menschlichkeit unserer Gesellschaft. Positiv wirkten demgegenüber Erlebnisse von menschlichem Miteinander bei gemeinsamen Projekten wie der Fahrradwerkstatt mit Geflüchteten.
Zum Schluss stand der Gedanke und Appell: Die demokratischen Parteien müssen sich zur Rettung der Menschlichkeit zusammentun.
Es gab eine große Bereitschaft, für die Seenotrettung über United4Rescue zu spenden.

Das Jubiläumsfest der Seebrücke wird eine Lesung von Tobias Schlegl aus seinem Buch „See.Not.Rettung“ sein:
5. November um 19.00 im Kulturtreff Altdorf