Leserbrief als Antwort auf:
Julia Hornung: „GRÜNE haben sich verzockt“, Der Bote, 10.03.2026
Unsere Motivation für unser politisches Engagement ist sicher nicht der Reiz zum Zocken. Im Gegenteil: Mit Sorgfalt haben wir geeignete Menschen aufgestellt, um uns den Zukunftsaufgaben zu stellen – gerade in einer Zeit wachsender Herausforderungen für unsere Stadt. Dazu benötigt man eine Vorstellung, wo es hingehen soll und welche Kompetenzen man dafür braucht. Und auch eine Portion Mut zur Veränderung. Wir haben unser Team nicht zusammengestellt, um den Status Quo zu verwalten. Wir haben für eine ausgewogene Mischung verschiedener Sichtweisen und Lebenserfahrungen für die Stadtratsarbeit gesorgt. Altdorf braucht Kompetenz und Vielfalt im Stadtrat, um die Probleme der Zukunft zu lösen. Die Idee, dass „alt-gediente“ die Probleme der Zukunft besser lösen würden, ist für uns nicht nachvollziehbar. Nachvollziehbar ist, dass viele Menschen lieber bekannte Personen wählen. Leider bekommen dabei engagierte Neue weniger Chancen. Ja, unsere Liste war mutig. Ja, wir bleiben dabei, mutige Schritte zu gehen. Wir bleiben dabei, gegen den Sandabbau zu kämpfen, Bürgerenergie auszubauen, bezahlbares Wohnen zu ermöglichen, Verkehr neu zu denken. Und wir sind froh, neue Menschen gefunden zu haben, die sich dafür in Altdorf einsetzen. Das ist kein Zocken, das ist langfristiges Denken – für Altdorf. Zur weiteren Einordnung des Wahlergebnisses noch 2 wichtige Hinweise: Den 4.Sitz haben wir nur sehr knapp verfehlt, der andere Sitz ist wahrscheinlich bei den 2 neuen linken Parteien gelandet. Unsere Ausrichtung ist klar: Wir setzen auf eine konstruktive Zusammenarbeit im Stadtrat, und bleiben an den wichtigen Themen für Altdorf dran.
Dieter Pletz
Stadtratsmitglied, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Altdorf
Zum Bericht über die Kreistagssitzung vom Freitag, 11. April 2025 im Boten
In Sachen ÖPNV (Öffentlicher Personen-Nah-Verkehr) muss doch einiges erklärt werden – der CSU/FW-Antrag zum Kreishaushalt 2025 ist in Sachen ÖPNV ein Flop und noch dazu eine riesiger Schritt zurück. Auswirkungen gibt es momentan (z.B. zum HH 2025) überhaupt keine und später nur geringe. Die neuen Verträge sind, incl. Stundentakt, bereits 2024/25 abgeschlossen worden und laufen über 10 Jahre. Man könnte das erst danach wieder ändern; aber, weiß jemand was in zehn Jahren ist ? Der Landkreis hat seit ca. 2012 ein Klimaschutzkonzept – wir alle wissen, dass der Verkehr dabei eine nicht unerhebliche Rolle spielt, wenn die formulierten (und beschlossenen) Ziele eingehalten werden sollen.
Über zwei Jahrzehnte haben die Fachleute aus dem LRA und vom VGN zusammen mit einer Arbeitsgruppe im Kreistag (AG ÖPNV) – 4 Vertreter der CSU, 3 der FW je 2 von den Grünen und der SPD, eine Vertreterin der kleinen Parteien und ein Vertreter der AfD, sowie die Bürgermeister der drei großen Städte – am Nahverkehrsplan für das Nürnberger Land „gearbeitet“. Erste Erfolge waren, dass alle Orte ab 150 Einwohnern angefahren werden, und es wurde immer wieder neu versucht, Verbesserungen zu erzielen – die letzte Entscheidung zum NVP 2019 war der Stundentakt für den gesamten Landkreis (mit sehr großer Mehrheit beschlossen). So wurden dann auch die Ausschreibungen ab 2023 getätigt. Ziel ist und war, möglichst viel Individualverkehr (sprich Autos mit einem oder zwei Insassen) von der Straße wegzubringen, zusätzlich ist anzunehmen, dass in Zukunft immer mehr Leute auf ein Auto verzichten, aber dazu muss das Angebot des ÖPNV besser werden. Ein alter Spruch meinerseits: „Das Angebot regelt die Nachfrage“ – allerdings spielt dabei auch der Preis eine Rolle.
Neben dem absolut berechtigten Klimaargument, kommen einige weitere Aspekte dazu: Die Nutzung des Deutschlandtickets sowie die Ermäßigungen bei Fahrten für Schüler und Studenten, das Bayernticket, die Mobicard usw. Hiervon sind die Bürger auf dem sog. „flachen Land“ bisher beinahe ausgeschlossen bzw. müssen erst zum nächsten Bahnhof gefahren werden, wenn sie davon Gebrauch machen wollen.
Außerdem kann es bei der Umsetzung des Antrags passieren, dass die Kosten für die Gemeinden in Bezug auf den Schülerverkehr wieder ansteigen werden.
Horst Topp, Kreisrat, Mitglied der AG ÖPNV seit 2002
Leserinbrief Susanne Pannewick (Ortssprecherin – im Namen des OrtsVorstandes) „Warum nicht genau?“ – gegen einseitige (Nicht-)Kritik
Leser*innenbrief zu „Tempo 30“ vom 13.03.2024
Alle Achtung vor den Diepersdorfer Eltern, die sich hartnäckig für Rücksicht im
Verkehr einsetzen: Wenigstens direkt vor der Schule sollen Kraft-Fahrzeuge zum
Schutz von Kindern langsamer fahren. Die zuständige Kreisbehörde lehnt das ab –
mit einer formalistischen Rechtsauslegung. Mehr Verständnis gibt es bei der
Gemeinde Diepersdorf – aber die kann nach §45 StVO über Tempo 30 nicht
entscheiden. Leider immer noch nicht, obwohl der Bundestag letztes Jahr schon
beschlossen hatte, das zu ändern. „Doch das ging politisch nicht durch“ stellt der
Bericht schlicht fest. Warum so ungenau? Warum wird hier nicht benannt, wer für
und wer gegen diese Änderung gestimmt hat? Dann müsste hier stehen: Der
Bundestag hatte bereits mit der Mehrheit der Ampelkoalition mehr
Entscheidungsmöglichkeiten durch die örtlichen Gremien beschlossen, aber die
Unionsregierten Bundesländer haben diese Gesetzesänderung im Bundesrat
verhindert.
Sonst wird keine Gelegenheit ausgelassen, bei allen möglichen Unzufriedenheiten
„die Ampel“ zu beschimpfen oder gar ihr mit Galgen Gewalt anzudrohen. Wenn
andere Parteien eine unerwünschte Entscheidung treffen, wird das ohne weiteren
Kommentar festgestellt.
Auch Dinge ungenau zu benennen, kann die polarisierte und aufgeheizte
Atmosphäre in unserer Gesellschaft verstärken.
Susanne Pannewick, Niklas Baumgardt, Miranda Bellchambers, Aaron Mühlendyck
(Vorstand BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN-Ortsverband Altdorf)
Leserbrief von Margit Kiessling – Kein Herz für Menschen mit Behinderung und Senioren
Leserbrief zu „Kein Herz für Behinderte“ vom 03.08.2023
Trotz der detaillierten Stellungnahme unseres Behindertenbeauftragten Ullrich Reuter
lehnten 12 Stadträte das gut durchdachte Stadtbuskonzept von Herrn Hüsam vom VGN ab,
der einen großen Bedarf für Altdorf gesehen hat. 280 000 €, inklusive Schülerbusverkehr,
waren den Gegnern bei einer Bindungsfrist von 9,5 Jahren zu viel und sie zeigten bei der
Abstimmung kein Herz für Menschen mit Handikap und Senioren. Diesen wäre mit der
Buslinie mehr Teilhabe im Bereich Mobilität ermöglicht worden.
Die Stadtbuslinie hätte auch von Berufspendlern, Azubis oder Studenten mit ihren 49 € oder
29 € Tickets genutzt werden können, ohne extra Kosten. Die lange Bindungsfrist von ca.10
Jahren bedeutet für die Nutzer mehr Sicherheit, die man bei einem in Eigenregie betrie-
benen Rufbus nicht gewährleisten kann. Dieser könne jederzeit gekündigt werden, wie der
Rufbus in Murnau, den die Stadtratsmehrheit Ende Mai für zu teuer und unzuverlässig hielt,
trotz hoher Zuschüsse des Freistaates Bayern. Zwei Monate später erkämpften sich die
Murnauer per Bürgerentscheid ihren Rufbus zurück.
In Altdorf sollte man die kurze noch verbleibende Zeit nutzen, um die Entscheidung für eine
ÖPNV- Stadtbuslinie nochmals zu überdenken, denn die nächste Chance dafür gibt es erst
wieder in 10 Jahren. Die von den Gegnern angepriesenen Rufbusse verursachen bei genauer
Betrachtung auch hohe Kosten, wobei wir als Stadt dann das alleinige Risiko tragen.
Krieg und Windrad
Leserbrief zu „Der Krieg und das Windrad“ vom 06.04.2022
Die Diskussion im Stadtrat ist für uns als Grünen-Ortsvorstand schlecht nachvollziehbar. Täglich verfolgen wir in den Nachrichten, wie die Bundesregierung
unter größtem Druck versucht, nicht weiter durch Energielieferungen aus Russland den menschenverachtenden Vernichtungsfeldzug gegen die Ukraine mitzufinanzieren. Und schon lange hören wir: Wir müssen dringend den CO2-Ausstoß verringern, um den Klimawandel einzudämmen.
Hier hätten wir in Altdorf eine leichte, schnelle und weitgehend schmerzfreie Möglichkeit gehabt, beim ohnehin geplanten Windrad-Ersatz unseren Beitrag zu
beiden drängenden Problemen zu leisten – und das ohne Neubau auf weiteren Flächen. Stattdessen wird eine Windraderhöhung um knapp 10% abgelehnt, die vom
Boden aus kaum wahrnehmbar ist, aber 25% mehr saubere, kostenfreie Energie produzieren könnte – zahlenmäßig Strom für 500 Haushalte!
Natürlich müssen die Eismannsberger Anwohner alles mittragen. Denn Windräder haben den „Nachteil“, dass sie nur da gebaut werden können, wo dauerhafter Wind
eine stetige Windkraftproduktion ermöglicht. Das ist bei uns eben in Eismannsberg.
Dazu muss man das Gespräch suchen. Denn die Ablehnung höherer Windräder bedeutet unter dem Strich mehr Windräder – vermutlich würde die Eismannsberger
Bevölkerung letztlich weniger Windräder in der Summe bevorzugen.
Bei der Abstimmung ist weiter völlig unverständlich, dass die gleichen Parteien auf der einen Seite gegen die P53 Stromtrassen agieren und hier den Ausbau von
dezentralen Erneuerbaren Energien vor Ort verhindern, der den deutschlandweiten Stromtransport unnötig machen würde.
Ist das der Beitrag des Nürnberger Land für die „Zeitenwende“: sich auf knappe 12%
Erneuerbare-Energie-Gewinnung beschränken?
Dass der Antrag unter einer veränderten Weltlage erneut gestellt wurde, ist aus unserer Wahrnehmung sinnvoll und richtig, da sich die Gegebenheiten geändert hatten. Windräder sind die Zukunft, wir sollten heute anfangen die Zukunft auch zu gestalten. Die Alternativen gehen uns immer schneller immer gründlicher aus.
Aaron Mühlendyck, Susanne Pannewick, Sprecher/in Bündnis90/Die Grünen Altdorf