Leserinbrief Susanne Pannewick (Ortssprecherin – im Namen des OrtsVorstandes) „Warum nicht genau?“ – gegen einseitige (Nicht-)Kritik
Leser*innenbrief zu „Tempo 30“ vom 13.03.2024
Alle Achtung vor den Diepersdorfer Eltern, die sich hartnäckig für Rücksicht im
Verkehr einsetzen: Wenigstens direkt vor der Schule sollen Kraft-Fahrzeuge zum
Schutz von Kindern langsamer fahren. Die zuständige Kreisbehörde lehnt das ab –
mit einer formalistischen Rechtsauslegung. Mehr Verständnis gibt es bei der
Gemeinde Diepersdorf – aber die kann nach §45 StVO über Tempo 30 nicht
entscheiden. Leider immer noch nicht, obwohl der Bundestag letztes Jahr schon
beschlossen hatte, das zu ändern. „Doch das ging politisch nicht durch“ stellt der
Bericht schlicht fest. Warum so ungenau? Warum wird hier nicht benannt, wer für
und wer gegen diese Änderung gestimmt hat? Dann müsste hier stehen: Der
Bundestag hatte bereits mit der Mehrheit der Ampelkoalition mehr
Entscheidungsmöglichkeiten durch die örtlichen Gremien beschlossen, aber die
Unionsregierten Bundesländer haben diese Gesetzesänderung im Bundesrat
verhindert.
Sonst wird keine Gelegenheit ausgelassen, bei allen möglichen Unzufriedenheiten
„die Ampel“ zu beschimpfen oder gar ihr mit Galgen Gewalt anzudrohen. Wenn
andere Parteien eine unerwünschte Entscheidung treffen, wird das ohne weiteren
Kommentar festgestellt.
Auch Dinge ungenau zu benennen, kann die polarisierte und aufgeheizte
Atmosphäre in unserer Gesellschaft verstärken.
Susanne Pannewick, Niklas Baumgardt, Miranda Bellchambers, Aaron Mühlendyck
(Vorstand BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN-Ortsverband Altdorf)
Leserbrief von Margit Kiessling – Kein Herz für Menschen mit Behinderung und Senioren
Leserbrief zu „Kein Herz für Behinderte“ vom 03.08.2023
Trotz der detaillierten Stellungnahme unseres Behindertenbeauftragten Ullrich Reuter
lehnten 12 Stadträte das gut durchdachte Stadtbuskonzept von Herrn Hüsam vom VGN ab,
der einen großen Bedarf für Altdorf gesehen hat. 280 000 €, inklusive Schülerbusverkehr,
waren den Gegnern bei einer Bindungsfrist von 9,5 Jahren zu viel und sie zeigten bei der
Abstimmung kein Herz für Menschen mit Handikap und Senioren. Diesen wäre mit der
Buslinie mehr Teilhabe im Bereich Mobilität ermöglicht worden.
Die Stadtbuslinie hätte auch von Berufspendlern, Azubis oder Studenten mit ihren 49 € oder
29 € Tickets genutzt werden können, ohne extra Kosten. Die lange Bindungsfrist von ca.10
Jahren bedeutet für die Nutzer mehr Sicherheit, die man bei einem in Eigenregie betrie-
benen Rufbus nicht gewährleisten kann. Dieser könne jederzeit gekündigt werden, wie der
Rufbus in Murnau, den die Stadtratsmehrheit Ende Mai für zu teuer und unzuverlässig hielt,
trotz hoher Zuschüsse des Freistaates Bayern. Zwei Monate später erkämpften sich die
Murnauer per Bürgerentscheid ihren Rufbus zurück.
In Altdorf sollte man die kurze noch verbleibende Zeit nutzen, um die Entscheidung für eine
ÖPNV- Stadtbuslinie nochmals zu überdenken, denn die nächste Chance dafür gibt es erst
wieder in 10 Jahren. Die von den Gegnern angepriesenen Rufbusse verursachen bei genauer
Betrachtung auch hohe Kosten, wobei wir als Stadt dann das alleinige Risiko tragen.
Krieg und Windrad
Leserbrief zu „Der Krieg und das Windrad“ vom 06.04.2022
Die Diskussion im Stadtrat ist für uns als Grünen-Ortsvorstand schlecht
nachvollziehbar. Täglich verfolgen wir in den Nachrichten, wie die Bundesregierung
unter größtem Druck versucht, nicht weiter durch Energielieferungen aus Russland
den menschenverachtenden Vernichtungsfeldzug gegen die Ukraine
mitzufinanzieren. Und schon lange hören wir: Wir müssen dringend den CO2-
Ausstoß verringern, um den Klimawandel einzudämmen.
Hier hätten wir in Altdorf eine leichte, schnelle und weitgehend schmerzfreie
Möglichkeit gehabt, beim ohnehin geplanten Windrad-Ersatz unseren Beitrag zu
beiden drängenden Problemen zu leisten – und das ohne Neubau auf weiteren
Flächen. Stattdessen wird eine Windraderhöhung um knapp 10% abgelehnt, die vom
Boden aus kaum wahrnehmbar ist, aber 25% mehr saubere, kostenfreie Energie
produzieren könnte – zahlenmäßig Strom für 500 Haushalte!
Natürlich müssen die Eismannsberger Anwohner alles mittragen. Denn Windräder
haben den „Nachteil“, dass sie nur da gebaut werden können, wo dauerhafter Wind
eine stetige Windkraftproduktion ermöglicht. Das ist bei uns eben in Eismannsberg.
Dazu muss man das Gespräch suchen. Denn die Ablehnung höherer Windräder
bedeutet unter dem Strich mehr Windräder – vermutlich würde die Eismannsberger
Bevölkerung letztlich weniger Windräder in der Summe bevorzugen.
Bei der Abstimmung ist weiter völlig unverständlich, dass die gleichen Parteien auf
der einen Seite gegen die P53 Stromtrassen agieren und hier den Ausbau von
dezentralen Erneuerbaren Energien vor Ort verhindern, der den deutschlandweiten
Stromtransport unnötig machen würde.
Ist das der Beitrag des Nürnberger Land für die „Zeitenwende“: sich auf knappe 12%
Erneuerbare-Energie-Gewinnung beschränken?
Dass der Antrag unter einer veränderten Weltlage erneut gestellt wurde, ist aus
unserer Wahrnehmung sinnvoll und richtig, da sich die Gegebenheiten geändert
hatten. Windräder sind die Zukunft, wir sollten heute anfangen die Zukunft auch zu
gestalten. Die Alternativen gehen uns immer schneller immer gründlicher aus,
Aaron Mühlendyck, Susanne Pannewick, Sprecher/in Bündnis90/Die Grünen Altdorf