Farben für die Welt und Altdorfer Kindergeburtstage

Schon vor über 40 Jahren hat Monika Ammon für einen Kindergeburtstag diesen alten R4 mit Farben von ReiColor angemalt. Damals war der heutige Geschäftsführer Jürgen Reitenspies selber noch ein Kind. Heute leitet er die Firma, die sein Vater 1977 gegründet hatte.

Bereitwillig erzählte Geschäftsführer Jürgen Reitenspies bei unserem Besuch über die Philosophie und Produktionsbedingungen des „klassischen deutschen mittelständischen Familienbetriebs“.
Sein Motto „Es gibt immer Nischen, wo man sich behaupten kann“
Damit ist die Firma in der Entwicklung und Produktion meist kundenspezifischer Farbe und Lacke inzwischen Marktführer in der EU. Immer noch stellt der international tätige Spezialist entscheidende Kleinigkeiten her – zum Beispiel die Lackierung von Modelleisenbahnen, früher auch die Augen von Steiff-Teddys.

Unsere Besuchsgruppe steht im Gang der Firma ReiColor: Susanne Pannewick, Philipp Kullmann, Horst Topp, Monika Ammon, Dieter Pletz, Jürgen Reitenspies (Geschäftsführer) und Andreas Bräuer (Assistent der Geschäftsführung) (von links)

Beauftragt wird ReiColor mit den verschiedensten Aufgaben, von Beschichtungen für Motorzylinder bis zur Verklebung von Pinselborsten. Bei der Beschreibung der genauen Herstellung der Grundprodukte oder Strukturen der Firmen, für die ReiColor arbeitet, ist herauszuhören, dass Jürgen Reitenspies über den Tellerrand blickt: Teils kritisch über Strukturen in manchen Branchen, teil mit großer Wertschätzung für die handwerkliche Arbeit zum Beispiel der Pinselmacher.
Für die eigene Arbeit braucht ReiColor nur 65 Mitarbeitende, aber viel Energie. Durch mehrere Flachdächer hat der Betrieb dabei eigentlich gute Voraussetzungen, selber über Photovoltaik Strom herzustellen. Das Problem liegt in der fehlenden Möglichkeit, in den produktionsfreien Zeiten, also an Wochenenden, den nicht benötigten Strom ins Netz leiten zu können.
Die Idee von Bürgermeisterkandidat Dieter Pletz: eine gemeinsame Speicherlösung im Gewerbegebiet. Das ist bisher leider nicht gelungen. Ähnlich fehlt es an Verbündeten für ein Glasfasernetz. Dieter Pletz sieht hier die Aufgabe der Stadt, mit eigenen Infrastruktur-Initiativen Firmen zu unterstützen.

Grüner Bürgermeisterkandidat Dieter Pletz und Geschäftsführer Jürgen Reitenspies im Gespräch in der hohen Lagerhalle der Firma ReiColor

Ein anderes Problem kann der Unternehmer selber lösen: den Fachkräftemangel. Für die hochspezialisierte Tätigkeit braucht er gut ausgebildete Mitarbeiter, die lange bleiben – „die kriegen wir nicht am Markt“.
Also bildet er selber aus.
Ortssprecherin Susanne Pannewick fragt nach, ob auch Menschen mit Behinderung bei ReiColor arbeiten? Die Antwort ist: ja. Die Sichtweise von Jürgen Reitenspies dazu ist: Es kommt nur darauf an, den richtigen Platz für einen Menschen mit seinen Möglichkeiten zu finden.

Wir besichtigen ein Lager mit hohen Regalen mit vielen weißen Eimern. Im Halbkreis stehen: Monika Ammon, Susanne Pannewick, Philipp Kullmann, Dieter Pletz, Geschäftsführer Jürgen Reitenspies und Silke Roth (von links)

Wir haben sicher nicht alle die fachlichen Details voll erfassen können.
Aber die grundsätzlichen Aussage von Jürgen Reitenspies waren einfach zu verstehen:
Man muss immer hinterfragen, was man tut.
oder
Mit jeder Arbeit lernen wir dazu.“
Das lässt verstehen, wie die kleine Firma international ein wichtiger Produzent für spezielle schnelle Lösungen für Farben und Lacke geworden ist.

Wer auch ein altes Auto anmalen will oder für irgendetwas anderes gute Farben oder Lacke braucht:
Auch Privatleute können im kleinen Laden in der Werkstraße die international begehrten Farben direkt kaufen.