Wir haben die Tafel in Altdorf besucht. Als Spende brachten sie einige Gläser Honig mit – und die Frage, die wir bei der Auswahl intern diskutiert hatten: Was ist bei der Tafel wichtiger – Menge oder Qualität von Lebensmittelspenden?
Unsere Lösung war: Wir haben einen gemischten Korb hochwertiger regionaler oder fair gehandelter Honigsorten mitgebracht, die von Mitgliedern persönlich gespendet waren.

UND wir haben gefragt: Was wollen Menschen bei der Tafel lieber – viel Billighonig oder weniger, aber guten Honig?
Die Antwort von Sabine Fiedler war: „Honig ist ein teures Lebensmittel, das sich viele unserer Gäste sonst nicht leisten können. Deshalb freuen wir uns, wenn wir viele Gläser verteilen können. Gleichzeitig gibt es Menschen, die hochwertigen Honig auch zu schätzen wissen.“ Die mitgebrachten Gläser werden also gezielt an Interessierte ausgegeben. Danach hat Bürgermeisterkandidat Dieter Pletz eine größere Menge einfacher praktischer Packungen wunschgemäß noch zusätzlich gespendet.

Die Tafel Altdorf versorgt derzeit rund 80 Personen pro Woche an zwei Ausgabetagen, wobei die Nachfrage nach bestimmten Produkten besonders hoch ist. Bei der Verteilung gibt es klare Grundsätze: Alle erhalten Zugang zu denselben Lebensmitteln, unterschieden wird nur nach Bedarf aufgrund der Personenzahl des Haushalts. „Es geht darum, Menschlichkeit und Würde zu wahren – auch wenn die Auswahl begrenzt ist“, drückt es Sabine Fiedler aus.
Die logistische Organisation sei eine „tägliche Hochleistung“, bei der Freiwillige im Wechsel Fahrten zu Supermärkten, Bäckereien und Bauernmärkten übernehmen.
Auf die Frage nach Unterstützungsmöglichkeiten gab es eine klare Antwort: Eine Mitgliedschaft sichert die Finanzierung fester Kosten wie Miete. Über die Homepage der Tafel ist sie schon mit geringen Jahresbeiträgen möglich.
https://www.tafel-nuernberger-land.de/mitglied-werden
Bürgermeisterkandidat Dieter Pletz zeigte sich beeindruckt: „Hier wird mit großer Empathie und Professionalität geholfen.“ Auch das Tafel-Team stimmte seinem Gedanken zu: „Gleichzeitig bestätigt dieser Besuch unsere Forderung nach einer Gesellschaft, in der niemand auf solche Angebote angewiesen ist. Die Tafel muss langfristig überflüssig werden – bis dahin braucht sie unsere volle Unterstützung.“