Zur Halbzeit der Tour der Grünen durch die Altdorfer Ortsteile zeigt sich: Das beherrschende Thema ist der Verkehr.
Darauf bezog sich bei unserem Ortsbesuch in Hagenhausen gleich die 1.Frage:
„Die Grünen wollen ja den Marktplatz sperren – da bin ich aber ganz dagegen!“ begann ein Hagenhausener die Fragerunde nach der Vorstellung der Kandidat*innen.
„Nein, wir wollen den Marktplatz nicht sperren!“ erwiderte Bürgermeisterkandidat Dieter Pletz gleich.
„Wir wollen nur das, was fast alle wollen: einen lebendigen Platz mit deutlich weniger Durchgangsverkehr.“
„Dabei ist uns wichtig, die Geschäfte zu erhalten und zu fördern“, ergänzte Michaela Müßigbrodt.

Das Spitzenduo Blüml-Pletz setzt dabei auf Dialog: Alle Interessensgruppen sollen gemeinsam Lösungen entwickeln.
Für die Begründung des Hagenhauseners, der Weg über den Marktplatz sei eben die schnellste Möglichkeit, durch die Stadt zu kommen, könnte beispielsweise auch eine optimierte Ampel- und Spurgestaltung an der Riegerkreuzung helfen, die den Verkehr um die Stadt herum lenkt.
Zustimmung fand auch der Vorschlag, mit zeitlich begrenzten Sperrungen oder veränderten Vorfahrtsregeln zu experimentieren – begleitet von einer sorgfältigen Auswertung.
Oliver Ludewig betonte: Nicht nur Autofahrende könnten als Kundschaft fehlen, sondern umgekehrt auch Familien, die den Marktplatz wegen des Verkehrs meiden. Seine Familie jedenfalls hat die Radtour zur Eisdiele nicht wiederholt – zu gefährlich für Kinder!
Das Bild, dass in Altdorf Menschen im Rollstuhl immer über die Straße gelassen werden, muss Susanne Pannewick einschränken. Sie kennt aus ihrer Arbeit mit Menschen mit Behinderung die Probleme, wie lange sie oft am Marktplatz stehen, bis sie rüberfahren können. Das liegt nicht nur an rücksichtslosen Autofahrer*innen, sondern an der Unübersichtlichkeit des Platzes.
Anni Blüml regt ein Umdenken an:
„Es wird immer alles um die Autos herumgedacht. Man müsste aber von den Schwächsten her denken.“
Michaela Müßigbrodt nennt auch das Problem, dass Autos viel öffentlichen Platz verbrauchen, um die meiste Zeit nur zu herumzustehen.
Am Schluss wurde auch diskutiert, wie wichtig der Radweg von Hagenhausen nach Altdorf/Fürstenschlag ist -da waren sich die Anwesenden nicht einig.
Das letzte Thema ist das durch den Bürgerentscheid verhinderte Gewerbegebiet im Altdorfer Osten.
Anwesende bedauern, dass es deshalb keinen REWE mehr gebe. Neu sind dazu die Informationen von Dieter Pletz:
– Ein Supermarkt außerhalb des Wohngebiets wäre bis heute gar nicht rechtlich zulässig gewesen
– Die Schließung von REWE hat im wesentlichen mit deren Gebäudestrategie zu tun, alle 20 Jahre neue Gebäude zu suchen.

Eine besondere Überraschung bildete den Abschluss der Veranstaltung: Die Akkordeongruppe, die zeitgleich im Stadl ein Konzert gegeben hatte, kam in die Gaststube und heiterte die ernsten politischen Gespräche mit der stimmungsvollen Volksmusik auf.